„Wieder gehen wir an unsere Grenzen“

3. mittelhessische Spendenwanderung von Gießen nach Nidda erneut ein großer Erfolg!

Im vergangenen Jahr musste sie wegen der Corona-Pandemie ausfallen: Die 3. mittelhessische Spendenwanderung zugunsten von Viez e.V. und Betroffenen von seltenen neurodegenerativen Erkrankungen. Letzten Samstag, am 11.9.21, aber konnten die beiden Organisatoren Birgit Schwarze und Wolfgang König aus Gießen und Heuchelheim ihre Pläne wieder hervorholen.

Über 40 Freunde des eingetragenen Vereins fanden sich zu früher Stunde am Berliner Platz ein, um für den guten Zweck zu wandern. Die meisten von ihnen hatten sich Spendenpaten organisiert, die pro Kilometer einen bestimmten Betrag zusagten – von 50 Cent bis 10 Euro pro Kilometer. Bei der letzten Spendenaktion im Jahr 2020 kamen so über 14.000 Euro zusammen, die Viez e.V. sinnvoll anlegen konnte. (Mehr dazu siehe hier.)

Startzeitpunkt war 6:20 Uhr. Nach einer kurzen Einweisung in das Hygiene-Konzept ging es los Richtung Lich. Erstes Zwischenziel war das Kloster Schiffenberg, das weit vor der geplanten Zeit erreicht wurde.

Weitere Stationen: Bürgerpark Lich, das Kulturzentrum in Hungen, der „Alte Bahnhof“ am Inheidener See. Über Ober-Widdersheim ging es über Bad Salzhausen nach Nidda. Gesamtlänge der malerischen Wanderstrecke: 42 km, die selbst die Jüngsten teils komplett zurücklegten. Ab 19:00 kamen alle Läuferinnen und Läufer geschafft, aber glücklich an – nach rund 13 Stunden Wanderung; eine auch körperlich herausfordernde Leistung!

Motto der Wanderung war auch diesmal: „Wir gehen an unsere Grenzen“; damit will der Verein ein Bewusstsein darüber schaffen, dass Betroffene neurodegenerativer Erkrankungen und ihre Familien jeden Tag an ihre Grenzen gehen müssen – und dass Solidarität sich lohnt! Wie viele Spenden auf diese Weise in diesem Jahr zusammenkamen, werden wir demnächst hier bekanntgeben.

An dieser Stelle ein paar Impressionen – und ein herzliches Dankeschön an alle Mitläuferinnen und Mitläufer, an alle ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern – allen großzügigen Sponsoren – und natürlich an die beiden Organisatoren! Bis bald zur nächsten Spendenwanderung in 2022!

Viez e.V. – Verein zur Förderung von Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen und deren Umfeld

Der Verein Viez e.V. wurde 2016 gegründet, um Kindern, die an neurodegenerativen Erkrankungen – wie der „Friedreich-Ataxie“ – leiden, und ihren Eltern zu helfen. Das Wort „Viez“ stammt aus dem Plattdeutschen und bedeutet „Vize“ oder „Kumpel“. Der Verein möchte mit diesem Namen seine Solidarität mit den Betroffenen und ihren Angehörigen ausdrücken.

Und so hilft Viez e.V. ganz konkret

Die Bedürfnisse von Betroffenen von Seltenen neurodegenerativen Erkrankungen und ihren Familien sind sehr unterschiedlich. Ihnen gemeinsam ist, dass es meist um die Aufrechterhaltung von Grundbedürfnissen geht wie Stand oder Mobilität. Allzuoft übernehmen die Krankenkassen wichtige Maßnahmen nicht. Viez e.V. hat deshalb in der Vergangenheit zum Beispiel Trainingsgeräte für Menschen mit Stabilitätsproblemen angeschafft, die Ausbildung eines Epilepsie-Warnhundes finanziert und in die Erforschung von Medikamenten investiert. Wir von Viez e.V. machen immer wieder die Erfahrung: Wir machen ganz konkret einen Unterschied. Unsere Hilfe trifft auf große Dankbarkeit. Mehr dazu unter www.viez-ev.de. Email: info@viez-ev.de  

Wir würden uns freuen, wenn auch Sie unseren Verein unterstützen könnten – als Vereinsmitglied, gerne aber auch mit einer einmaligen Spende. 

Wenn sie direkt spenden möchten:

Viez e.V.
IBAN: DE66 1009 0000 2706 9080 08
Berliner Volksbank

Was ist Friedreich-Ataxie?

  • Die Friedreich-Ataxie ist eine degenerative Erkrankung des zentralen Nervensystems. Sie manifestiert sich üblicherweise sehr früh im Leben und wird oft jahrelang nicht erkannt. Früh treten Störungen der Bewegungskoordination und der Eigenwahrnehmung auf. 
  • Symptome sind Gang- und Gleichgewichtsstörungen sowie Koordinationsschwierigkeiten der oberen Extremitäten (langsame, unpräzise Gesten). Allmählich können weitere Symptome dazukommen wie Sprechschwierigkeiten, häufiges Kältegefühl in den Füßen und starke Ermüdbarkeit. Später auftretende Symptome sind der Ausfall bestimmter Reflexe und Muskelschwäche, die den Gebrauch eines Rollstuhls notwendig machen.
  • Bisher gibt es keine Heilung. Krankengymnastik und Logopädie stellen zentrale Punkte der symptomatischen Behandlung dar, um die Beschwerden abzumildern und die Lebensqualität zu erhalten. Es gibt allerdings aktuell Ansätze in der Forschung, die Anlass zur Hoffnung geben.

Published by

DirkOHeckmann

Journalist. Historiker. Redakteur am Mikrophon @DLF Deutschlandfunk

Eine Antwort auf „„Wieder gehen wir an unsere Grenzen“

  1. Hallo Herr Heckmann, das hört sich wunderbar an. Vielen Dank dass Sie mit diesem Verein anderen Menschen ein wenig Unterstützung und viel Hoffnung geben, und vielen Dank an die Menschen, die Ihr freies Wochenende opfern (und besrtimmt noch Tage später schmerzahfte Erinnerungen haben), um anderen, die nicht so viel Glück im Leben haben, zu helfen!
    Gustav Gnoedgen

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